Als Bestatter Instagram nutzen?

Social Media für das eigene Marketing zu nutzen rückt immer mehr in den Blick. Wer hier wenig Erfahrung hat, tut sich schwer mit den unterschiedlichen Plattformen und ihren Eigenheiten. Früher oder später stellt sich auch für manches Bestattungshaus die Frage, ob man nicht auf Instagram vertreten sein müsste.


Was ist Instagram überhaupt?

Instagram gibt es seit dem Jahr 2010. Die Grundfunktion der App ist das Veröffentlichen und Teilen von Fotos. Seit dem Siegeszug des Smartphones macht jeder Nutzer permanent Fotos, die er gerne zeigt und sich freut, wenn andere die Bilder liken. So entspricht Instagram völlig dem Zeitgeist. Das hat auch Facebook erkannt und im Jahr 2012 die App aufgekauft. Inzwischen ist die Plattform weit mehr als ein Austauschmedium für private Fotos. Unternehmen können mit Instagram die Kraft der Bilder nutzen, um Kunden zu gewinnen und an sich zu binden. Mit verschiedenen Werbeformaten verdient der Facebook-Konzern kräftig an Instagram.

Vor allem bei Jugendlichen ist Instagram beliebt. Laut der JIM-Studie 2018 ist Instagram mit 67 Prozent regelmäßiger Nutzung nach WhatsApp die meist genutzte Plattform. Facebook liegt mit 15 Prozent in dieser Altersgruppe weit hinten und hat in den letzten Jahren kontinuierlich Anteile verloren.

Der Einstieg in Instagram

Aktuell gibt es nur wenige Bestatterinnen und Bestatter, die sichtbar auf Instagram aktiv sind. Das hat die Branche gemein mit anderen mittelständigen Branchen aus Dienstleistung oder Handwerk. Sicher muss man nichts überstürzen, die unter 30jährigen gehören nicht zur klassischen Zielgruppe eines Bestatters. Dennoch ist es wichtig, etwas von den Entwicklungen mitzubekommen und ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie diese Plattform funktioniert und weshalb sie für viele Menschen so attraktiv geworden ist.
Das Standard-Profil ist für die private Nutzung zu empfehlen und sinnvoll, um sich mit Instagram vertraut zu machen.

Seit August 2016 können auch deutsche Unternehmen einen Instagram-Business-Account nutzen. Das empfiehlt sich, wenn man selbst auf Instagram aktiv werden will. Im Business-Profil stehen Zusatzoptionen bereit. Der wichtigste Vorteil des Accounts sind die drei Kontaktaufnahme-Buttons auf dem Profil. Zudem sind Statistiken verfügbar, die Ihnen helfen herauszufinden, was Ihren Followern am besten gefällt. Mit einem Business-Profil können auch Werbeanzeigen erstellt werden. Voraussetzung für einen Business-Account sind eine Unternehmensseite auf Facebook (hierüber läuft die Abrechnung der Werbeanzeigen) und dass das Profil öffentlich ist.

Instagram braucht Planung

Wenn Instagram nicht reiner Zeitvertreib sein soll, müssen die Aktivitäten gut vorbereitet sein. Wer soll eigentlich dem Profil folgen? Welche anderen großen Accounts gibt es schon in der Branche und was kann man von ihnen lernen? Werden wahllos Bilder gepostet oder ist eine Strategie erkennbar. Meist sieht man das an einer ausgewogenen Bildsprache, der bewussten Nutzung von Texten und bestimmte Hashtags oder Emojis. Welche Call-To-Actions werden genutzt? Werden Videos eingesetzt und wenn ja, wie häufig? Gibt es Branchenmuster?

Wichtig ist es, herauszufinden, welcher Content von den Followern als gut empfunden wird. Die Mechanismen von Instagram sind so gestrickt, dass Instagram die Accounts belohnt, die Menschen dazu bringen, lange auf Instagram zu bleiben. Ansprechend gestaltete und für Instagram zugeschnittene Beiträge tragen dazu bei. So sollte das gesprochene Wort in einem Video immer zusätzlich als Untertitel erscheinen. Die letzten neun Posts sollten optisch zusammenpassen. Wer das Profil aufruft, wird von diesem Gestaltungselement angenehm überrascht.

Elemente, die bei keinem Instagram-Profil fehlen sollten

Viele große Accounts arbeiten mit Fragen und bitten ihre Fans um Kommentare. Das führt zu einer weiteren Verteilung der Inhalte, weil Instagram das gerne bei den Freunden der Fans anzeigt.

Eine Wissenschaft für sich ist die Nutzung von Hashtags. Viele Posts haben eine Liste von zehn und mehr Hashtags. Hier kommt es auf die gute Mischung an. Zum einen sind Hashtags gut, die von vielen Menschen genutzt werden und sehr gut zum Inhalt des Bildes passen. Die Hashtags #love, #photooftheday, #picoftheday, #happy, #nature, #photography, #summer, #travel, #beautiful wurden 2018 häufig genutzt. Auffällig ist, dass auch deutschsprachige Account die englischen Hashtags nutzen. Zu diesen Allerweltsworten sollten noch einmal mehrere Hashtags gefunden werden, die das eigene Nischenthema betreffen und für die Branche relevant sind.

Zeit einplanen für regelmäßige Beiträge

Die Standardfrage in Social Media ist immer wieder: Wie oft muss man pro Woche posten, um bekannt zu werden? Schaut man auf die Empfehlungen der Instagram-Marketer, kann einem schwindelig werden. Neun Bilder pro Tag oder mindestens ein Post jeden Tag scheint das Minimum zu sein.

Bestattungen gehören nicht zu den Lifestylethemen, ebenso wenig wie Trauer und Tod. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Followerkreis eher kleiner bleiben wird als bei irgendwelchen großen Markenauftritten. Dennoch ist es möglich, sich eine kleine, feine Gemeinschaft von Fans aufzubauen, die die eigenen Inhalte weitergeben und so zu Empfehlern werden. Wie häufig hier etwas Neues zu sehen ist, sollte man einfach ausprobieren.

Tipps für Instagram sind oft überschrieben mit tollen Versprechungen „Wie Sie in 10 Tagen 10.000 Follower bekommen!“ Eine realistische Chance für mehr Sichtbarkeit gibt es in der Bestattungsbranche schon bei weniger Followern. Schließlich geht es nicht um Lifestyle, sondern um Menschen, die wirklich an den Themen Bestattung, Tod und Trauer interessiert sind. Von denen wird man gefunden, ganz einfach weil es bisher noch nicht viele Bestattungshäuser gibt, die Instagram gezielt nutzen.